Die großen Projekte 2018 in der Nordeifel

In den Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen soll sich auch in diesem Jahr wieder einiges bewegen. Hier ein Überblick.

Nordeifel. Viele Projekte wollen die drei Nordeifelkommunen Monschau, Simmerath und Roetgen im Jahr 2018 umsetzen. Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter, der Beigeordnete der Gemeinde Simmerath, Bennet Gielen, und der Bürgermeister der Gemeinde Roetgen, Jorma Klauss, geben einen Überblick.

Monschau
Ein Projekt, das die Stadt Monschau im Jahr 2018 besonders ambitioniert angehen will, ist die Sanierung des überalterten und schadhaften Schmutzwasserleitungssystems in der Altstadt, das derzeit noch über weite Strecken in der Rur liegt.

„Das ist unsere wichtigste Maßnahme, weil sauberes Wasser ein hohes Gut ist und die Kanäle dringend saniert werden müssen“, sagt die Bürgermeisterin. Ein Teil der Maßnahme sei im Bereich der Eschbachstraße im vergangenen Frühjahr realisiert worden. In diesem Jahr solle nun die Erneuerung des Kanals vom Markt in Richtung Aubrücke, in der Eschbachstraße und Auf den Planken fortgesetzt werden. 2019 stehe dann die „schwierigste Baustelle“ an Richters Eck auf dem Programm, wo eine Pumpstation eingebaut werde, sagt Ritter. Der Auftrag für die Arbeiten in diesem Jahr sei bereits erteilt. Losgehen könne es, sobald die Witterung dies zulasse. Ziel sei es, vor Saisonbeginn „wieder aus der Stadt raus zu sein“.

Ein anderes wichtiges Projekt für die Stadt Monschau ist der Neubau eines fünfgruppigen Kindergartens in Konzen. Damit verbunden ist der Umbau des bisherigen Kindergartens in Konzen zur Offenen Ganztagsschule und der Umbau der bisherigen Grundschule in Imgenbroich zu einem Kindergarten. Anschließend sollen die Grundschüler von Konzen und Imgenbroich in der Grundschule Konzen zusammengeführt werden. Ursprünglich sollte das Projekt im Jahr 2017 umgesetzt werden, das war aber nicht möglich, da der Konzener Kindergarten noch Räume in der Schule benötigt. Die ausführende Firma arbeite sehr ambitioniert. Trotzdem sei das Zeitfenster sehr eng, da der neue Kindergarten bis zum Beginn des Schuljahres fertig sein müsse, erläutert Ritter. Auch die anschließenden Umzüge seien noch eine große Herausforderung.

„Das ist unsere wichtigste Maßnahme, weil sauberes Wasser ein hohes Gut ist und die Kanäle dringend saniert werden müssen.“
Bürgermeisterin Margareta Ritter
über die Kanalsanierung in der Monschauer Altstadt

Von Bedeutung sei auch die Folgenutzung der Grundschule Kalterherberg und der Ausbau eines neuen Freizeitangebotes in Kalterherberg, sagt Ritter. Ein engagierter Bürger aus dem Ort habe das Gebäude gekauft und wolle es den Vereinen mietfrei zur Verfügung stellen. Die Stadt Monschau hoffe nun auf die Genehmigung der Anträge im Rahmen der Radstrategie der Städteregion Aachen, um das neue Freizeitangebot realisieren zu können. Die Frage sei, was man in diesem Entwicklungsprozess beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ präsentiere, erklärt Ritter. Deshalb erwarte sie Signale aus der Politik, wohin die Entwicklung gehen und wie die Projekte konkret aussehen sollen.
Außerdem stehe auch die Sanierung der B 258 in Höfen mit Bundesmitteln durch den Landesbetrieb Straßen NRW in diesem Jahr an. Erfreulich sei, dass in diesem Zusammenhang auch der Lückenschluss des Radweges bei Wahlerscheid erfolge, sagt die Bürgermeisterin.
Andere wichtige Themen seien der Endausbau des Gewerbegebietes Imgenbroich II, wo nun auch das letzte Grundstück vermarktet werden könne, sowie die Erschließung des Neubaugebietes „Auf der Knag“ in Imgenbroich. In diesem Jahr erfolge der Kanal- und Straßenbau, so dass die Vermarktung der Grundstücke ab Ende des Jahres erfolgen könne. Reservierungen seien ab sofort möglich, erklärt Ritter.
Zudem gebe es Signale der Bezirksregierung, dass für das geplante Neubaugebiet „Am Feuerbach“ in Konzen das landesplanerische Einvernehmen in Aussicht gestellt werden kann.

Simmerath
„Ein Thema, das viele Bürger in der Gemeinde bewegt, ist der Glasfaserausbau“, sagt der Beigeordnete der Gemeinde Simmerath, Bennet Gielen. Das Unternehmen Deutsche Glasfaser werde in diesem Jahr die Verlegungsarbeiten vornehmen. Für Ingenieursleistungen für die Betreuung der Arbeiten habe die Gemeinde 30 000 Euro eingeplant.

Ein anderes wichtiges Thema sei die Erschließung des neuen Baugebietes „Im Pohl“ in Lammersdorf. Dort werde in diesem Jahr die Erschließung erfolgen. Außerdem werde in Lammersdorf ein Kreisverkehr angelegt. Der Eigenanteil der Gemeinde liege hier bei 100 000 Euro. Geplant sei auch der Abschluss der Kanalsanierung in Lammersdorf.
Nach der Erschließung des Baugebietes „In der Schlad“ in Rollesbroich plane man für 2018 den Verkauf der restlichen Baugrundstücke, sagt Gielen.
Nachdem im vergangenen Jahr die Standortfrage für das neue Feuerwehrgerätehaus in Rollesbroich geklärt worden sei, könne nun mit dem Bau begonnen werden. Dafür seien insgesamt 470 000 Euro vorgesehen. Mit der Fertigstellung sei dann 2019 zu rechnen.

Die Gemeinde Simmerath hofft, dass die Neugestaltung des Rathausplatzes in den kommenden Wochen abgeschlossen werden kann. Foto: Gabbert

Fortgesetzt werden sollen die Arbeiten für das Sport- und Kulturzentrum in Kesternich und für die Neugestaltung des Rathausplatzes in Simmerath. „Wir hoffen, dass die Arbeiten bei entsprechender Witterung weitergehen können und in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Die Einweihung des Platzes ist für das Frühjahr geplant“, sagt Gielen.

Als weitere Maßnahmen nennt der Beigeordnete den Bau einer behindertengerechten WC-Anlage im Bereich des Bushofes in Simmerath für 50 000 Euro sowie die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ und des Kommunalinvestitionsprogramms. In diesem Zusammenhang seien Umbaumaßnahmen an der Sekundarschule, der Ausbau des Dachgeschosses in der Grundschule Lammersdorf, die Anschaffung von Mobiliar und Laptops für die Grundschulen und Renovierungen an den Grundschulen geplant.
Der Bau eines Bodenfilterbeckens im Fischbach in Simmerath mit Gesamtkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro (davon 900 000 Euro in 2018 bei Zuweisungen von 450 000 Euro) sei „finanziell eine riesen Sache, die wir stemmen müssen“, sagt Gielen.

 

 

Roetgen

Auch Roetgens Bürgermeister, Jorma Klauss, nennt den Breitbandausbau durch die Deutsche Glasfaser als eines der wichtigsten Projekte im Jahr 2018. „Das ist das Projekt, das uns am meisten beschäftigen wird. Es ist für die Zukunft der Gemeinde von besonderer Bedeutung und wird im öffentlichen Raum sicherlich am stärksten wahrgenommen werden“, sagt er. Mit Blick auf die Digitalisierung sei nach der Einführung von Freifunk für das Rathaus, den Rathausplatz und den Bürgersaal entsprechend eines Antrages des Jugendbeirates die Erweiterung des Freifunk-Netzes auf die Bushaltestellen Post und Wanderstation/Bahnhof sowie auf die Wanderstation selbst geplant. Vorgesehen sei auch die Einführung eines Ratsinformationssystems.

Mit den Mitteln aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ wolle man neues Spielgerät für den Schulhof der Grundschule anschaffen und eine bessere Medienausstattung des Bürgersaals erreichen.

Beim Thema Ortsgestaltung stehe eine politische Beschlussfassung zu den Maßnahmen, die aus dem Gutachten des städtebaulichen Instituts der RWTH Aachen resultieren, aus. Außerdem gehe es um die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für den Ortskern von Roetgen, sagt Klauss. Die Erweiterung des Gewerbegebiets habe zurückgestellt werden müssen, weil die landesplanerischen Grundlagen dafür nicht mehr gegeben seien. Nun müsse der Gemeinderat entscheiden, ob das Vorhaben im Zuge der Überarbeitung des Regionalplans weiterverfolgt werde.

Mit Blick auf den Tourismus sei die Konzeption des Bereichs Bahnhofsgelände/Pferdeweiher/Postweg als „touristischer Hotspot“ geplant. Außerdem gehe es um den Aufbau eines neuen Radweges rund um Roetgen sowie eine Erweiterung der Wanderstation zur Attraktivitätssteigerung für den Fahrradtourismus.

Um die Attraktivität für den Fahrradtourismus zu steigern, ist eine Erweiterung der Wanderstation in Roetgen geplant. Foto: Gabbert

Nicht zuletzt steht in Roetgen im Jahr 2018 eine Reihe von Baumaßnahmen an. Klauss nennt hier die Fertigstellung des Edeka-Marktes an der Rosentalstraße, den Baubeginn für eine neue Sparkassen-Filiale an der Bundesstraße, die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Rott, ein neues Salzsilo am Bauhof und die planerische Vorbereitung des Baugebietes „Grepp II“. Außerdem gehe es um neu beziehungsweise veränderte Bebauungspläne für das sogenannte Baumviertel, die Erweiterung des Vennhofs, die südliche Faulenbruchstraße, den Ringschluss Brunnenweg/Hahnbruch und das Seniorenzentrum an der Jennepeterstraße, wo noch Details geklärt werden müssten. Zudem werde die in 2017 beschlossene Veränderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet zur Entschärfung der Parkplatzsituation realisiert.

Quelle: Eifeler Nachrichten, Andreas Gabbert

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