Dorfplatz ist vorerst nicht mehr so wichtig

Mit Anregungen für den Lammersdorfer Dorfmittelpunkt wird sich später beschäftigt. Priorität auf Baugebiet und Kreisverkehr.

Lammersdorf. Die Gestaltung und Aufwertung des Lammersdorfer Dorfplatzes war in der zweiten Jahreshälfte 2017 das beherrschende Diskussionsthema in Lammersdorf. Besonders die Debatte darüber, ob der Dorfmittelpunkt der geeignete Standorte für die Ansiedlung eines Discounters ist, löste teils heftige innerörtliche Kontroversen aus. Der ansiedlungswillige Discounter hat zwischenzeitlich sein Interesse zurückgezogen und der Dorfmittelpunkt ist unverändert.

So soll es auch vorerst bleiben, denn andere Projekte im zweitgrößten Ort der Gemeinde sind im Moment wichtiger. So lautete auch im Prinzip die Antwort des Simmerather Gemeinderates auf zwei Bürgereingaben aus Lammersdorf, die sich mit der künftigen Verwendung des Otto-Junker-Platzes beschäftigten. Die beiden Eingaben verfolgten allerdings unterschiedliche Zielrichtungen. Eine Gruppe von sechs Lammersdorfer Bürgern hatte bereits sehr konkrete Gestaltungsmöglichkeiten sowie auch Finanzierungsvorschläge ausgearbeitet, während im zweiten Bürgerantrag die Rede davon war, über die künftige Nutzung des Dorfplatzes vorerst nicht zu entscheiden. Beide Anregungen bezogen sich vorrangig auf die Gestaltung der Zeltaufstellfläche.

„Grundsätzlich positiv“ bewertete es Lammersdorfs Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein, wenn Bürger sich in die Mitgestaltung des Dorfes einbringen würden. Im Falle des Dorfplatzes aber gehöre seine Sympathie dem „etwas besonneneren Bürgerantrag“, die Diskussion um den Dorfplatz zum jetzigen Zeitpunkt nach hinten zu stellen. Man brauche jetzt keinen „Schnellschuss“, sagte Hammelstein; vielmehr solle man sich jetzt darauf konzentrieren, die beiden anstehenden großen Projekte für Lammersdorf, die Erschließung des Baugebietes Hasselfuhr und die Anlegung des Kreisverkehrs, voranzubringen. „Danach können wir uns Gedanken darüber machen, welche Funktion der Dorfplatz erfüllen soll.“

Für die SPD-Fraktion schlug er vor, Anfang 2019 zu einer Bürgerversammlung einzuladen und „ohne Denkverbote“ Ideen für die Dorfplatzgestaltung zu sammeln. Anschließend sollten dann Fachleute und der Fachausschuss das Wort haben. Im Herbst 2019 könne dann eine politische Entscheidung fallen.
„Die sehr unterschiedlichen Inhalte der Bürgereingaben zum Dorfplatz spiegeln auch das Stimmungsbild in der Lammersdorfer Bevölkerung wider“, meinte Christoph Poschen für die CDU-Fraktion, der den vom Ortsvorsteher vorgeschlagenen Weg „im Kern“ unterstützte.

Kein Sponsor bekannt

Reinhold Köller (UWG) drängte darauf, das Thema Dorfplatz „nicht auf die lange Bank zu schieben“, sondern die Eingaben der Bürger im zuständigen Fachausschuss zu beraten. Seine Nachfrage, ob es zutreffe, dass ein Sponsor sich finanziell in die Gestaltung des Dorfplatzes einbringen wolle, konnte die Verwaltung nicht bestätigen. „Bei mir hat sich kein Sponsor gemeldet“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns.

Man solle jetzt die planerischen Kräfte auf das neue Baugebiet konzentrieren, schloss sich auch Klaus Stockschlaeder (Grüne) der im Rat vorherrschenden Meinung an. Es wäre hinderlich, zum jetzigen Zeitpunkt zur Dorfplatzgestaltung bereits Festlegungen zu treffen. Auch Benjamin Steinborn (FDP) sprach sich dagegen aus, jetzt Planungen „übers Knie zu brechen“.

So nahm der Rat die Bürgeranregungen zur Kenntnis und kam einstimmig überein, sich zunächst auf die Realisierung von Baugebiet und Kreisverkehr zu konzentrieren und sich der Gestaltung des Dorfplatzes Lammersdorf in einem angemessenen Zeitrahmen zuzuwenden. (P. St.)

Discounter weiter ein Thema für den Dorfplatz?

Zwei Eingaben von Bürgern zur künftigen Verwendung des Dorfplatzes Lammersdorf lagen dem Gemeinderat Simmerath vor. Eine von sechs Bürgern unterzeichnete Anregung schlägt vor, den Zeltaufstellplatz mit Rasengittersteinen zu befestigen und die Hanglage an dieser Fläche in eine Art Tribüne umzuwandeln. Als weitere Nutzungsmöglichkeiten für den Dorfplatz denkt man an Open-Air-Aufführungen, Themen- und Wochenmärkte und einen Rastplatz für Ausflügler.

Die zweite Eingabe, unterzeichnet von einem Bürger, rät dazu „in aller Ruhe“ über die Verwendung der Fläche zwischen Dorfplatz und Schule zu beraten, aber vorerst nicht darüber zu entscheiden. Die mögliche Ansiedlung eines Discounters solle in jedem Falle geprüft werden, denn Einkaufsmöglichkeiten in zentraler Lage gehörten zu einer attraktiven Infrastruktur. In der Eingabe wird auch auf die seinerzeit von einer Bürgerinitiative vorgenommene Befragung zur Ansiedlung eines Discounters auf dem Dorfplatz Stellung bezogen. Es müsse hierbei erwähnt werden, dass sich von etwa 2400 Einwohnern lediglich etwa 600 gegen eine Ansiedlung des Discounters Norma auf dem Dorfplatz ausgesprochen hätten.

Quelle: Eifeler Nachrichten, Peter Stollenwerk

 

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