Offene Fragen zum Energieüberwachungssystem „e2watch“

Simmerath. Auf Eis legten die Mitglieder des Struktur- und Hochbauausschusses der Kommune Simmerath die Entscheidung, zwei weitere Schulgebäude mit dem Energieüberwachungssystem „e2watch“ auszustatten. In der vergangenen Sitzung stellten Sander Lutterbach von der Städteregion Aachen und Peter Fischer, Projektleiter „e2watch“ der Regio-IT GmbH, vor.

Die Firma Regio-IT ist Dienstleister für Kommunen und Schulen im Bereich der Informationstechnik. Bereits 2014 wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das die Städteregion Aachen finanziert. Je ein Gebäude in den Kommunen, die der Städteregion angehören, wurde mit einem Energieüberwachungssystem, das damals noch den Namen „E-View“ trug und heute eben „e2watch“ heißt, ausgestattet.

Lizenz: 4400 Euro pro Jahr

In der Gemeinde Simmerath erhielt die Kalltalschule in Lammersdorf dieses System, das per Funk die Daten weitergeben kann. Nun schlug die Städteregion Aachen den Kommunen vor, weiteren Gebäuden „e2watch“ aufzuschalten. Die Lizenzkosten pro Jahr für das System betragen 4400 Euro, für die Umrüstung fallen pro Gebäude zusätzlich Kosten in Höhe von circa 5000 Euro an.

Peter Fischer pries das System an, berichtete von Sparmöglichkeiten, von früh erkannten Rohrbrüchen oder zum Wochenende hin nicht abgestellte Duschen an Turnhallen, die dank „e2watch“ auffallen und zugedreht werden könnten. Ein dermaßen hoher Wasserverbrauch falle dank des Systems auf. Fischer: „Die Stadt Hagen sparte dank ‚e2watch‘ inzwischen 100.000 Euro ein.“

Im Internet auf der Seite https://staedteregion-aachen.e2watch.de kann jeder Bürger ablesen, welches Objekt wieviel Strom, Wasser und Wärme verbraucht.

Klaus Stockschlaeder von Bündnis 90/Die Grünen begrüßte das Verfahren grundsätzlich: „Nur, wenn man irgendetwas weiß, kann man auch etwas verändern, in diesem Fall also Geld sparen.“ Franz-Josef Hammelstein (SPD) befürchtete Datenmissbrauch: „Kann man aus den veröffentlichten Daten denn keine Rückschlüsse ziehen?“ Peter Fischer versicherte, dass nur Daten veröffentlicht würden, die in keinerlei Verhältnis zu irgendeiner bestimmten Person wie etwa dem Hausmeister und einer möglichen Hausmeisterwohnung im überwachten Gebäude stehen würden.

Damit kam die Sprache auf die Person, die quasi 24 Stunden rund um die Uhr „e2watch“ bewachen soll. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (CDU) fragte: „Das könnte der Hausmeister von zu Hause aus digital erledigen?“ An diesem Punkt schieden sich die Geister, denn wer letztendlich die Kontrolle des zeitgemäßen Werkzeugs übernehmen soll, das konnte nicht geklärt werden, ebenso nicht der Wert der Maßnahme, die nicht jedem Ausschusssitzenden deutlich wurde.

Verwaltung soll prüfen

Reinhold Koeller (UWG) stellte den Antrag: „Erst soll die Verwaltung einen Prozess dem Projekt hinterlegen, und es soll dargestellt werden, was tatsächlich gespart wird. Zudem bitte ich um ein Vergleichsangebot von einem anderen Anbieter. Daher stelle ich den Antrag, die Entscheidung zu vertagen und eventuell Ende des Jahres einen Entschluss zu fassen.“

Christoph Poschen und Stefan Haas (beide CDU) standen der Sache nicht ganz so abneigend gegenüber, baten allerdings letztendlich auch um eine Handlungsempfehlung. Poschen: „Ein Versuch ist es sicherlich Wert an zwei weiteren Objekten in der Gemeinde.“ Darauf bemerkte Haas, den Blick zur üppig beleuchteten Decke des Ratssaales gerichtet: „Statt Geld in dieses Monitoring zu stecken, sollten lieber erst einmal alte Glühbirnen gegen LED-Lampen ausgetauscht werden. Das würde schon eine Menge Geld einsparen.“

Auch der Bürgermeister war nicht ganz überzeugt: „Ich vermisse Angaben zur Einsparung von Energie in der Kalltalschule Lammersdorf.“ Er schlug ebenfalls vor, den Tagesordnungspunkt, der fast eine Stunde Zeit in Anspruch genommen hatte, zu vertagen. Dem Antrag von Koeller und dem Vorschlag von Hermanns folgten die Ausschussmitglieder einstimmig.

Quelle. Eifeler Nachrichten, Gudrun Klinkhammer

 

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