Eifeler Zeitung, Heiner Schepp

60 neue Baustellen für Strauch

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Planungsausschuss stellt Bebauungsplan auf. Erschließung über Auf der Hof und den Amselweg als Ausfahrt.

STRAUCH 1157 Einwohner im Hauptwohnsitz zählte die Ortschaft Strauch bei der letzten offiziellen Erhebung der Gemeinde Simmerath Ende 2018. Seither dürfte sich diese Zahl nur unwesentlich verändert haben. Das könnte aber schon bald geschehen, denn mit dem Bebauungsplan „südlich Weißenborn“ ist nun ein Neubaugebiet für 60 Baustellen auf dem Weg.

Es ist das bisher größte zusammenliegende Neubaugebiet für das siebtgrößte Dorf in der Gemeinde Simmerath, das erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Oberrollesbroich in Strauch umbenannt wurde.

Das Plangebiet erstreckt sich im rückwärtigen Bereich (von Simmerath kommend) links bzw. westlich der Kölner Straße (L246) und reicht vom Friedhof (Breufeldstraße) über die Verlängerung des Amselweges bis hin zu den letzten Häusern der Anwohnerstraße Auf der Hof. Bereits Ende 2011 hat der Planungsausschuss der Gemeinde erstmals darüber beraten, in diesem bisher landwirtschaftlich genutzten Bereich weitere Bauflächen zu entwickeln, doch erst im März 2015 wurde der zugehörige Bebauungsplan aufgestellt. „Vorrangig aufgrund der anhaltenden Nachfrage wird hiermit das Ziel verfolgt, im Gemeindegebiet attraktive Bauflächen zu schaffen“, heißt es in der Bauleitplanung zum Ziel des Verfahrens. Danach können im Plangebiet 60 neue Baugrundstücke entstehen, wobei die spätere tatsächliche Parzellierung auch von der Nachfrage abhängen wird. Am westlichen Ortsrand soll eine aufgelockerte Bebauung realisiert werden, wobei die offene Bauweise neben Einzel- und Doppelhäusern auch Hausgruppen oder Mehrfamilienhäuser zulässt.

Fleißig diskutiert

Seit den ersten Gedankenspielen für das neue Straucher Bauland wird die Frage der Erschließung fleißig diskutiert. Anfangs war für das vergleichsweise große Wohngebiet eine Zuwegung vom Knoten- und Dorfmittelpunkt Kirche/Friedhof/Sonnenstraße aus geplant, doch diese Pläne wurden rasch verworfen. Stattdessen soll die Erschließung über die Anwohnerstraßen Amselweg und Auf der Hof erfolgen, wozu der Landesbetrieb Straßen für den recht schmalen Amselweg aber eine Einbahnregelung in Richtung Baugebiet anregte. In einer Informationsversammlung der Gemeinde mit mehr als 40 interessierten Bürgern wurde jedoch einhellig der Wunsch geäußert, die Einbahnregelung in anderer Richtung, also aus dem Amselweg hinaus auf die Kölner Straße, festzusetzen.

Wohnen mit Weitblick: Auf rund 520 Meter Meereshöhe kann man vom Neubaugebiet„südlich Weißenborn“ die Aussicht nach Rollesbroich und Lammersdorf genießen. Foto: Heiner Schepp

Diesem Wunsch entsprach der Planungsausschuss nun einstimmig, nachdem Geografin Jennifer Conzen vom zuständigen Planungsbüro Becker aus Kall die geänderten Pläne noch einmal vorgestellt hatte. Damit Verkehrsteilnehmer beim Herausfahren aus dem Amselweg die Landstraße in beide Richtungen besser einsehen können, wird hier eine Stop-Straße eingerichtet. Zudem sollen die Eigentümer der Eckgrundstücke sichtbehindernde Aufbauten und hohe Hecken in ihren Vorgärten vermeiden, wie Jürgen Förster erläuterte.

Weitere Anregungen aus der Bürgerversammlung, wurden zwar von den Planern und der Gemeinde aufgenommen, sind jedoch nicht Gegenstand des Bebauungsplans, der nun aufgestellt wurde. So hatte die „Nachbarschaft Amselweg“ neben der Änderung der Einbahnrichtung eine zeitlich begrenzte, zusätzliche Zufahrt für den Zuliefer- und Bauverkehr, Einschränkungen für den Lastverkehr über 7,5 Tonnen, „in absehbarer Zeit keine weiteren Anliegerkosten für die Zufahrt zum Neubaugebiet und „möglichst viele verkehrsberuhigte Zonen im gesamten Gebiet“ vorgeschlagen. Diese Punkte seien jedoch erst im weiteren Verfahren zu behandeln, so die Verwaltung. Ausschließen konnte Bauamtsleiter Jürgen Förster jedoch schon eine Spielstraße im Bereich Amselweg, da eine solche Ausweisung verkehrsrechtlich grundsätzlich nicht in Einbahnstraßen möglich sei.

Manfred Sawalich blieb insgesamt skeptisch: „Eigentlich sollte dieses Baugebiet mal ganz schnell realisiert werden, doch die Erschließung war von Anfang an problematisch. Und ich fürchte, es werden sich noch weitere Widersprüche auftun“, unkte der SPD-Vertreter im Planungsausschuss.

Zunächst aber ist Strauchs größtes Neubaugebiet nun auf dem Planungsweg.

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