Eifeler Zeitung, Karl-Heinz Hoffmann

Der alte Simmerather Saal ist bald Geschichte

Große Wohnanlage mit 25 Einheiten, Tiefgarage und Stellplätzen an der Bruchstraße 4 geplant. Planungsausschuss stimmt zu.

SIMMERATH Über kurz oder lang dürfte der Abrissbagger das Bild an der Bruchstraße 4 in Simmerath bestimmen. Dort befindet sich derzeit noch die Gaststätte Wilden nebst Saal, dessen Besitzer Johann Wilden bereits im vorigen Jahr ankündigte, den Zapfhahn zuzudrehen, um dann Gaststätte, Wohnhaus und Saal, immerhin Simmeraths größte Feierstätte, zu verkaufen.

Das scheint nun geschehen, da bei der Gemeinde Simmerath mit Schreiben vom 12. März der Neubau einer größeren Wohnanlage mit Tiefgarage für das Areal beantragt wurde, wie jetzt im Planungsausschuss bekannt gegeben wurde.

Jürgen Förster vom Bauamt der Gemeinde stellte im Ausschuss das ambitionierte Neubauprojekt des Investors aus Simmerath vor. Danach ist nach dem Abriss des traditionsreichen Gebäudekomplexes auf dem Grundstück der Neubau einer barrierefreien Wohnanlage mit voraussichtlich 25 Wohneinheiten sowie 28 Stellplätzen in einer Tiefgarage und zehn Stellplätzen im Freien geplant.

Wie die vorgelegten Planzeichnungen zeigten, wird sich der Gebäudekomplex vom äußeren Erscheinungsbild her deutlich von der jetzigen Bruchstein- und Fachwerkfassade abheben. Der Neubau des Investors passt sich dabei vom Baustil dem Ambiente des dahinter liegenden, neu errichteten Gebäudes an und steht mit seiner weißen Farbgebung aber letztlich auch in Korrespondenz mit der gegenüberliegenden Kirche.

Nach den derzeitigen Plänen wird so der Neubau an der Bruchstraße 4 in Simmerath aussehen. Hier sind 25 Wohneinheiten mit 28 Stellplätzen in einer Tiefgarage und 10 Stellplätzen im Freien geplant.

Ortsvorsteher Stefan Haas (CDU) zum Abriss und Neubau: „Natürlich geht in Simmerath damit wieder etwas verloren. Das ist nun mal der Stand der Zeit. Der Saal an dieser Stelle hätte aber auch keine Zukunft gehabt.“

Positiv wurde von allen Fraktionen im Planungsausschuss bewertet, dass beim Neubauvorhaben sowohl größere Wohneinheiten, als auch Singlewohnungen Bestandteil der Planungen sind. Manfred Sawallich (SPD) hielt für seine Fraktion das Bauvorhaben zwar für etwas überdimensioniert, stimmte aber letztlich der beantragten Aufstellung des Bebauungsplanes zu.

Zur Größe des Baukörpers hatte Reinhold Köller (UWG) dagegen keine Bedenken, und Klaus Stockschläger (Grüne) meinte zum geplanten Neubau: „Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber das ist halt das neue Simmerath. Ansonsten begrüßen wir grundsätzlich das Vorhaben.“

Am Ende stimmten alle Fraktionen der Einleitung des Bauleitplanverfahrens zu.

 INFOS 

Im Jahr 1844 von einem Schuhmacher errichtet

Die Gaststätte Wilden an der Bruchstraße 4 in Simmerath wurde 1844 erbaut und vom Schuhmacher Peter Stollenwerk betrieben. Darum wird Johann Wilden auch noch heute „Schomeischesch Schang“ genannt.

1924 wurde der Saal angebaut und „Fremdenzimmer“ wurden eingerichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man das zerstörte Haus wieder auf. Anna Wilden führte nach dem frühen Tod ihres Mannes Klemens den Familienbetrieb von 1952 an, bevor Johann und Brigitte Wilden 1976 den Betrieb übernahmen. Bis zuletzt nutzten die Simmerather Vereine den alt-ehrwürdigen Saal für ihre Veranstaltungen.

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