Eifeler Nachrichten, Peter Stollenwerk

Berg- und Tallandschaft vor dem Rathaus

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Neugestaltung des Simmerather Rathausplatzes hat Fahrt aufgenommen. Bis zum Herbstmarkt soll die Fläche wieder nutzbar sein.

Simmerath. Der Simmerather Rathausplatz hatte nie den Ruf, zu den besonders belebten Treffpunkten im Zentralort zu gehören. Oft bestimmte gähnende Leere das Bild auf der Fläche zwischen Kammerbruchstraße und Fuggerstraße. Das hat sich seit einigen Wochen stark geändert. Bauarbeiter der Firma Backes aus der Südeifel sorgen hier für jede Menge Aktivität, und die Kinder finden ihr Spielvergnügen in der Berg- und Tallandschaft aus Schotter und Sand vor der Tür des Rathauses.

Drei Bauabschnitte

Die seit Jahren diskutierte und im Frühjahr 2017 vom Gemeinderat beschlossene Sanierung des Rathausplatzes hat Fahrt aufgenommen. Unmittelbar nach dem Frühjahrsmarkt Mitte Juni fiel der Startschuss für die Komplettsanierung des Platzes, der nach seiner Umgestaltung eine würdige Visitenkarte für den aufstrebenden Ort Simmerath abgeben soll.
Begonnen wurde mit den Arbeiten auf dem sogenannten kleinen Rathausplatz an der Kammerbruchstraße, die Hauptfläche vor dem Rathaus dient vorübergehend als Lagerplatz. Dem neuen Unterbau folgen die farblich abgesetzten Gehwegstreifen und die Blindenleitstreifen.

Die Maßnahme wurde in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Zunächst wird der kleine Rathausplatz fertiggestellt, ehe der zweite Abschnitt von der ehemaligen Treppe bis zum Rathaus in Angriff genommen wird. Der dritte Bauabschnitt reicht dann vom Rathaus bis zur Fuggerstraße.

Insgesamt werden 4000 Quadratmeter neues Pflaster verlegt. Die Entwurfsplanung stammt vom Büro 3+Freiraumplaner Aachen. Das Unternehmen kann eine große Erfahrung bei der Neugestaltung von Plätzen vorweisen. Im Rahmen eines Wettbewerbs hatten mehrere Büros Lösungen zur Umgestaltung entwickelt. Ziel der Umgestaltung sollte sein, das Rathausumfeld trotz der für parkende Fahrzeuge und Veranstaltungen freizuhaltenden Flächen mit einer neuen gestalterischen Qualität auszustatten. Auch sollte der Barrierefreiheit Rechnung getragen werden. Die Anordnung der Fahrzeuge wurde so geändert, dass ein möglichst großer Bereich des Platzes frei vom fahrendem Verkehr bleibt. Das gesamte Rathausumfeld wird mit einer stufenlosen Oberfläche versehen, die anliegenden Geschäftslokale sollen auch barrierefrei erreichbar sein.

Der Blick der Besucher dürfte sich aber auch auf andere Gestaltungselemente richten. In der Nähe des Brunnens soll eine geschlitztblättrige Buche als Blickfang dienen, und die überörtliche Bedeutung des Platzes soll auch deutlich werden in der Verlegung von 18 Basaltsteinen, in die die Namen aller Simmerather Ortsteile eingefräst werden. Insgesamt werden dafür 18 Schriftzüge hergestellt, die aus 174 Zeichen bestehen. Die Gestaltung soll so ausgeführt werden, dass der Winterdienst den Buchstaben nichts anhaben kann. Auf der Gesamtfläche sind drei unterschiedlich gestaltete Pflasterflächen vorgesehen.

Zwölf Meter lange Bank

Die Bedeutung des Platz soll auch durch eine lange Bank sichtbar werden. Die zwölf Meter lange Sitzgelegenheit besteht aus drei Modulen, damit sie bei Bedarf problemlos abgebaut werden kann.

Michael Bongard vom Tiefbauamt der Gemeinde Simmerath geht davon aus, dass die Baumaßnahme in knapp vier Monaten so weit fertiggestellt ist, dass der Ausrichtung des Herbstmarktes nichts im Wege steht. Verzögerungen könnten allerdings bei bei der Lieferung von bestimmten Formteilen entstehen, die für die Herstellung der Barrierefreiheit benötigt würden und individuell angefertigt werden müssten. Die beauftragte Firma hat volle Auftragsbücher und infolgedessen Lieferengpässe angekündigt.

Zwei Drittel der Kosten trägt Simmerath

Ende März 2017 hatte die Gemeindeverwaltung den langersehnten Förderbescheid für die barrierefreie Neugestaltung des Rathausplatzes erhalten, die nahezu eine Million Euro kosten wird und zu zwei Dritteln von der Gemeinde Simmerath finanziert wird. Mit 369 000 Euro fördert die Bezirksregierung die Maßnahme; der Eigenanteil der Gemeinde Simmerath beträgt 622 000 Euro.

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